Die französische Bulldogge

Ursprung & Geschichte

Die Französische Bulldogge geht auf die englische Bulldogge alten Typs zurück. Es gibt allerdings verschiedene Theorien über ihre Entstehung, von denen die folgende die wahrscheinlichste ist.
Ein kleiner Bulldoggentyp wurde von englischen Spitzenklöpplern  Mitte des 19. Jahrhunderts nach Frankreich gebracht, als diese in die Normandie auswanderten.
Diese Bulldoggen wogen um die 10 kg und ihre Zucht, hauptsächlich zum Einsatz Ungeziefer-Jäger (Ratten), wurde in Frankreich fortgesetzt.

Hierbei legten sie jedoch auf eine spezielle Zucht keinen Wert und kreuzten auch Möpse, Griffons, Terrier und deren Mischlinge mit ein.
Diese Mischung trug zu der Zeit den Namen „Terrier-Boule“ in Frankreich und es waren kleine Hunde mit festen muskulösen Knochenbau. Ihr Gesicht erinnerte schon ein wenig an die heutigen Französischen Bulldoggen. Zu dem Zeitpunkt waren diese Hunde wohl bei den Fleischern und Metzgern am meisten geschätzt.
Es wird vermutet, dass die Terriereinkreuzungen besonders genutzt wurden um die Rattenfängereigenschaften zu verbessern. Damals war auch die typische Terrier-Farbe „black and tan" sehr verbeitet, welche durch Einkreuzungen von Terriern entstanden sein muss. Die kurze gedrehte Rute, sowie die vorstehenden Augen stammen vermutlich vom Mops, der damals auch mit eingekreuzt wurde.

Als diese neuen, kleineren „Bulldoggen“ an Beliebtheit gewannen, wurden sie zu den Lieblingen der Pariser "Belles de Nuit" – den Straßendirnen - wurden. Ein Grund dafür war, dass beim Auf- und Abwandern auf den Straßen diese exotischen Hunde Aufmerksamkeit auf sich zogen und potenzielle Kunden einen berechtigten Grund gaben, die Dirnen anzusprechen. Historiker dieser Rasse finden manchmal immer noch welche der berüchtigten "Französischen Postkarten" mit Bildern von spärlich bekleideten französischen Prostituierten, welche mit ihren kleinen "Bouledogues Français" posieren.
Diese Aura des etwas anrüchigen, welche mit Besitzern in Verbindung gebracht wurde, führte dazu, dass betuchtere Bürger dazu neigten, durch so einen Hund ihre „Gewagtheit“ auszudrücken und so wurden sie bald zu den Lieblingen der Künstlerklasse in ganz Europa. Der Amerikaner Georges Phelps entdeckte bei einem Frankreich-Aufenthalt 1886 diese Hunde und war so begeistert, dass er zwei von ihnen ausfindig machte, die er erwerben konnte und diese zurück nach Amerika brachte. Dabei suchte er zwei Exemplare mit Stehohren aus.  In den USA wurde er dann bevorzugt mit Stehohren weitergezüchtet.

Die erste Anerkennung als Rasse fand 1898 statt und  nachdem der englische König Eduard VII. eine Französische Bulldogge erwarb, wurde die Rasse in der ganzen Welt recht bekannt.